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History
S  G  S Schützen Gilde Schwechat
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1. Einführung Da   unser   Verein   heuer   das   10   jährige   Bestandsjubiläum   feiern   kann   und   mir   vor   einiger   Zeit   aus   dem   Buch   von Johann   Ableidinger   „Geschichte   von   Schwechat“   ein   Auszug   über   das   Schießwesen   unter   gekommen   ist,   habe ich   die   Gelegenheit   ergriffen   mich   mit   der   Geschichte   der   Schwechater   Schützenvereine   von   ihren Anfängen   bis heute zu beschäftigen. Zurzeit   gibt   es   in   Schwechat   3   Schützenvereine.   Davon   ist   einer   eine   Sektion   des   Polizeisportvereins   am Flughafen    Schwechat    und    der    andere    unsere    Schützengilde    Schwechat    in    der    Tradition    der    k.u.k    priv. Schützengesellschaft Schwechat. Als weiterer Verein ist der SSV Felsenkeller bei uns untergebracht. 2. Die Geschichte Die Schwechater Bürgerschaft begann nach dem 1.Türkenkrieg um 1529 sich wehrhaft zu machen. Kaiser Ferdinand I. verlieh ihnen um 1542 das Privilegium, eine Schießstätte zu errichten. 3. Vereine 3.1 Die „Erste“  k. k. privilegierte Scharfschützengesellschaft (Kompanie) in Schwechat (1542 – 1873) Die   Gesellschaft   dürfte   nach   dem   Privilegium   um   das   Jahr   1542   gegründet   worden   sein.   Ein   alter kaiserlicher   Adler   aus   Kupfer   der   die   Jahreszahl   1542    aufweist   und   Scheiben   aus   den   Jahren   1611, 1686 und 1715  sollen noch erhalten sein Die   Schießstätte   stand   ursprünglich   zwischen   den   „Mühlwässern   der   großen   und   kleinen   Schwechat“ wo sich heute das Haus Eyblergasse Nr 7/9   befindet. Als   Kaiser   Karl   der   VI.   für   die   Wiener   Bürgerschaft   auf   der   Schießstätte   beim   Schottentor   im   Jahre 1739   ein   „Kaiser   Gnaden   und   Freischießen“gab   waren   auch   die   Schwechater   Schützen   Leonhard Mayer und Anto Wellischhofer anwesend. Auch 1746 waren Schwechater Schützen in Wien tätig. Im    Jahr    1762    erwarb    Graf    Blumegen    das    Schloß    Kettenhof.    Ihn    schien    schon    damals    die Nachbarschaft   einer   Schießstätte   unangenehm   gewesen   zu   sein.   Auf   Grund   seiner   Beschwerde   bei der   Regierung   wurde   das   Schießen   untersagt   u nd   der   Schützenkompanie   nahegelegt   die   Schießstätte an einen anderen Ort zu verlegen. Die    Gemeinde    ersuchte    um    die    Errichtung einer    neuen    Schießstätte    auf    einen    geeigneten    anderen    Ort.    Diese    wurde    von    „Obersthof-    und Landesjägermeisteramt“    am    24.März    1767    genehmigt.    Am    24    Juni    1767 fand    bereits    das    erste Kranzelschiessen st att. Die   alte   Schießstätte   wurde   um   600 Gulden verkauft. Aus   einer   Erklärung   vom   3   März   1793   ist   zu   entnehmen,   dass   13   Schützen,   die   seit   2-3   Jahren verfallene Schießstätte wieder herrichten und in Betrieb nehmen wollten. Zum Oberschützenmeister wurde Andreas Hudler gewählt. Beim    Aufgebot    im    Jahre    1779    stellte    bei    der    Errichtung    eines    österreichischen    Schützenkorps, Schwechat   260   Freiwillige.   Während   der   Franzosenkriege   war   eine   Unterbrechung   des   Schießwesens eingetreten. Erst im Jahre 1811 ist wieder ein Aufschwung zu verzeichnen. Im Jahre 1858 fand auf der Schießstätte die erste Regionalausstellung statt. Vom   30.Juni   bis   7.Juli   1867   fand   das   Jubiläumsschießen   in   Schwechat   statt   (und   wer´s   wissen   will,   es wurden 7912 Schüsse abgegeben). Am 25.August 1872 fand das letzte Schießen statt. Am   9.März   1873   wurde   die   Auflösung   der   Gesellschaft   beschlossen.   Der   Kassenüberschuß   von   50 Gulden     und     10     Kreuzer     wurde     zur     Gründung     einer     Schulbibliothek     gewidmet.     Der     letzte Oberschützenmeister war Jakob Brandeis. Währen der Choleraepidemie im Jahr 1873 wurde die Schießstätte als Spital verwendet. 3.2 Die „Zweite“  k. k. privilegierte Scharfschützengesellschaft in Schwechat (1881 – 1921) Im Jahre 1881 wurde die Schützengesellschaft wieder neu gegründet. Am   1.   Juni   1884   fand   die   Fahnenweihe   der   Schützengesellschaft   statt.   Die   Fahne    wurde   von   den Bürgerfrauen   von   Schwechat   gespendet   und   hat   1100   Gulden   gekostet. Auf   der   Schießstätte   wurde   ein Festschießen mit zahlreichen Preisen durchgeführt. Seit         dieser         Zeit         (1884)         wurde         der Schützengesellschaft    gestattet    das    Schwechater Marktwappen   in   den   Emblemen   zu   führen.   Erster Oberschützenmeister    war    Josef    Bösenkopf.    Die Schießstätte   wurde   von   vielen   Wienern   frequentiert (wie   heute)   und   nahm   einen   großen   Aufschwung. Die   Schießanlagen   wurden   zu   klein,   daher   wurde beschlossen      auf      Gemeindegrund      eine      neue Schießstätte    zu    errichten.    1891    beschloss    der Schwechater   Gemeinderat   der   Gesellschaft   einen Baugrund   in   der   Wismayrstarße   45   auf   100   Jahre für eine Jahrespacht von 10 Gulden zu überlassen. Durch    die    Ausgabe    von    Aktien    konnte    der Oberschützenmeister      Rudolf      Wimmer      von seinem     Chef,     dem     Brauereibesitzer     Anton Dreher,    dessen    Brauhauspavillion,    der    für    die Die   Wiener   Gewerbeausstellung   1888   errichtet worden war, erwerben. Er    ließ    in    vom    Ausstellungsgelände    auf    der Rotunde   abmontieren,   nach   Schwechat   bringen und   am   neuen   Grundstück   wieder   aufbauen.   Die Planung   und   die   Bauleitung   wurde   von   Baurat   Josef   Klose   durchgeführt,   die   Baumeisterarbeiten   von Baumeister   Johann   Miksch.   Die   Baukosten   beliefen   sich   auf   22,500   Gulden   Die   feierliche   Eröffnung der     neuen     Schießstätte     fand     am     4.Oktober     1891     mit     einer     Grundsteinlegung     und     einem Eröffnungsschießen statt. In    der    Zeit    von    1.    Bis    11.    Juni    1893    wurde    in    Schwechat    das    „VII.    niederösterreichische Landesschießen“   unter   dem   Protektorat   des   Erzherzogs   Rainer   abgehalten   und   gleichzeitig   das   350 jährige    Jubiläum    des    Schießwesens    gefeiert.    Rechts    neben    der    Schießhalle    war    ein    Volksprater errichtet.   Das   Fest   wurde   durch   dem   am   4.   Juni   erfolgten   „alle rhöchsten   Besuch“   des   Kaiser   Franz Josef I. geehrt. Am    24.Juni    1900    wurde    das    „1.    Niederösterreichische    Verbandschießen“    unter    großer   Teilnahme auswertiger Schützen durchgeführt. Im   Jahr   1905   fand   das Armeegewehrschießen   auf   der   Schießstätte   statt.   Das   letzte   Festschießen,   ein Schützenkreuzschießen,    fand    am    19.    Juli    1914    statt.    Während    des    1.Weltkrieges    wurde    das Schützenlokal   als   Musterungslokal   verwendet   und   es   fanden   daher   keine   Schießen   mehr   statt.   Am 1.Juli    1919    kaufte    Anton    Dreher    II.    die    Schießstätte    und    schenkte    sie    der    Gemeinde    für    die Jugendfürsorge.   Im   Jahr   darauf   wurde   die   Schießstätte   an   den   Verein   „Kinderfreunde“   um   einer   Krone Jahrespacht   verpachtet,   die   darauf   einen   Kindergarten   errichteten.   Im   Zuge   der   Errichtung   wurden   für Renovierung 23,000 Kronen aufgewendet. Die    nun    heimatlose    Schützengesellschaft    löste sich      am     2.Juni     1921     auf.     Sie     schenkte     ihr historisches   Material   dem   NÖ   Landesmuseum   in Wien.   Das   Vereinsvermögen   von   51.000   Kronen wurde   für   wohltätige   Einrichtungen   gespendet   (es erhielten   Ortsarme   im   Armenhaus   in   Schwechat 21.000   Kronen,   die   Lungenheilstätte   9000   Kronen, Die    Hauskrankenpflege    18000    Kronen    und    der Oberzeiler Pieringer 3000 Kronen). Im   Bürgerkriegsjahr   1934   wurde   das   Schützenhaus   von   der   „Vaterländischen   Front“   beschlagnahmt. Danach   richtete   der   Schwechater   Pfarrer   Rauch   ein   katholisches   Jugendheim   ein.   1938,   nach   der Annexion   Österreichs,   konfiszierte   die   NSDAP   das   Jugendheim   für   die   „Hitlerjugend“   und   anschließend wurde   es   zeitweise   von   Heeresverbänden   genützt.   Nach   1945   wurde   das   alte   Vereinsgebäude   wieder an   die   „Kinderfreunde   vermietet.   Es   wurde   ein   Kindergarten   und   ein   Hort   darin   unterbrachten.   1960 schien   das   Gebäude   irreparabel   und   wurde   abgerissen.   Für   die   Errichtung   eines   neuen   Kindergarten Gebäudes   bewilligte   der   Schwechater   Gemeinderat   eine   Million   Schilling.   Der   stellvertretende   Landeshauptmann,   Dr.   Otto   Tschadek   übergab   das   neue   „Haus   der   Jugend“   am Areal   der   ehemaligen Schießstätte im Oktober 1964 seiner Bestimmung. 3.3 Die „Dritte“, nicht mehr privilegierte, sondern private Schützen Gilde in Schwechat (und auch ohne k.u.k.)(ab 2004) Im    Jahre    2004    wurde    von    einer    kleinen    Gruppe    Sportschützen    nach    83    Jahren    Vereinspause    im Schützenwesen,   die   Schützengilde   Schwechat   gegründet.   Erster   Oberschützenmeister   wurde   Michael Sicha,   Inhaber   der   „Tiroler   Stuben“.   Es   wurden   in   einem   ehemalige   Brau-   und   Gährungskeller   der Dreherbrauerei    in    der    Pechhüttenstraße    3a,    zwei    Kellerräume    für    den    Schießsport    gemietet    und adaptiert.     Im     Ersten     erstand     „ein     Schützenhaus“     aus     gelben     Bauplastik     und     Holzdachlatten, ausgestattet mit 2 Heurigengarnituren, einen Heizstrahler und einen Kleiderständer als Einrichtung. N ach   der   Generalversammlung   am   2008   wurde   der   Vorstand teilweise    neu    aufgestellt.    Neuer    Oberschützenmeister    wurde Othmar   Hingel.   In   dem   folgenden   Jahr   wurden   die   restlichen Keller    angemietet    und    neu    adaptiert.    Es    wurde    2009    in    vier Kellern     eine     neue S   c   h   i   e   ß   s   t   ä   t   t   e     errichtet. I n       einem       Keller errichteten     wir     ein neues    Schützenhaus.    Gleichzeitig    wurde    ein    Keller    für einen   25   m   Stand   hergerichtet.   Die   zwei   restlichen   Keller werden   für   50   m   KK   Gewehr   Bewerbe   hergerichtet   und verwendet.   Einer   dieser   beiden   Keller   kann   auch   für   25   m Bewerbe    verwendet    werden.    Zuletzt    wurde    hinter    dem Schützenhaus ein 10 m Stand errichtet. Am     28.     November     2009     wurde     beim     5     Jährigen     Jubiläum     die     neuen     Bereiche     mit     einem Jubiläumsschießen eröffnet. 2 010   bekamen   wir   mit   dem Verein    LUNA    einen    ersten Untermieter.   Sie übernahmen 4 Keller. In   unseren   Verein   wurde   im   Frühjahr   2010   ein   Telefonanschluss   und   Internet   eingeleitet.   Somit   wurden wir   trotz   unserer   Kellerlage   während   unserer   Anwesenheit   erreichbar   und   verfügen   über   WLAN   im Klublokal. 2011   kam   noch   ein   Untermieter.   Der   SSV   Felsenkeller   der   seine   Schießstätte   verloren   hatte,   hat   mit unserer Anlage   eine   neue   Heimat   gefunden.   In   diesem   Jahr   trat   die   SGS   auch   dem   NÖ   Landesverband bei. Ab dem Umbau wurde auch unser Schießbetrieb auf jeden Mittwoch ab 18,00 erweitert. Zurzeit   kann   man   auch   an   jeden   2.   und   4.   Samstag   von   15.00   bis   19.00   Uhr   trainieren.   Wie   führen jedes   Jahr   eine   Vereinsmeisterschaft   mit   mindestens   3   Bewerben   durch.   Ein   Halbprogramm   mit   GK   und KK und einen KK Langwaffenbewerb auf 50 m. Die Teilnahme ist für Mitglieder kostenlos. Bis   zum   heutigen   Tag   wurde   unsere Anlage   immer   wieder   verbessert.   Wir   montierten Absauganlagen   in allen   Kellern   und   im   Klublokal.   Die   Küche   wurde   ausgebaut.   Der   Schallschutz   und   die   Ausstattung wurden verbessert. Zum Abschluss   wäre   noch   anzumerken,   dass   wir   im   Gegensatz   zu   unseren   Vorgängervereinen   unseren Ausbau   mit geringen Mitteln, in Eigenregie und mit Altmaterial durchführten, das unsere Mitglieder auftrieben hatten. Wir   sind   uns   aber   voll   bewusst   und   auch   ein   wenig   stolz,   dass   wir   eine   472   jährige   Tradition   im   Schützenwesen   der Stadt Schwechat weiterführen dürfen. Quellenangabe: „Geschichte von Schwechat“ von Johann Ableidinger 1929 „Die Schwechater Schießstätten“ von Adolf Ezsöl 2009
472 Jahre Schützenvereine in Schwechat 10 Jahre Jubiläum der SGS 10 Jahre Jubiläum der „Schützengilde Schwechat“ als Nachfolgeverein der „k.u.k. privilegierte Scharfschützengesellschaft Schwechat“.  (Günther Badalec und Johann Rutzenholzer)